Die 2020er als Hochzeit der Globalisierung? Harold James sagt ein neues goldenes Zeitalter der Globalisierung voraus

Princeton-Professor Harold James zeigt auf, warum die aktuelle Krise, wie auch bereits vergangene Krisen, einen neuen Schub der Globalisierung auslösen könnte – am 26. Mai bei unserem VIII New Paradigm Workshop.

 

Krisen lösen kreative, expansive und innovative Prozesse aus. Historisch gesehen haben sie zu einer Intensivierung der globalen Verflechtungen geführt, argumentiert Harold James in einem ausführlichen Artikel auf Foreign Affairs, in dem der Historiker Gemeinsamkeiten vergangener großer Krisen aufzeigt, die die Globalisierung in den letzten beiden Jahrhunderten vorantrieben. Dies war zum Beispiel nach der Krise von 1840 der Fall, die zu einer Ausweitung des Handels durch niedrigere Barrieren sowie zu einer größeren Mobilität von Kapital und Menschen führte. Nahrungsmittelknappheit während der Krise und die daraus resultierenden Herausforderungen schufen die Notwendigkeit für diversifiziertere Lieferketten und förderten eine größere wechselseitige Abhängigkeit der Volkswirtschaften. Des Weiteren eint Krisen, dass sie oftmals zu einem Testfall für Regierungen werden, die ihre Effizienz unter Beweis stellen müssen und dadurch notwendigerweise offen für innovative Antworten sind. So waren die Krise von 1840 und die darauffolgenden Aufstände von 1848 in ganz Europa am Ende ein Anstoß für große institutionelle Veränderungen, die zur Gründung von Nationalstaaten mit effektiveren und leistungsfähigeren Institutionen führten. Es ist der Beginn des Goldenen Zeitalters der Globalisierung – ein Prozess, der in den folgenden zwei Jahrhunderten viele Booms und Busts erleben wird. Der Ölschock der 1970er Jahre ist ein weiterer historischer Krisenmoment, der der Globalisierung einen Schub gab.

So sehr sich die Covid-19-Krise von früheren Krisen unterscheidet, so sehr hat sie doch Gemeinsamkeiten mit ihnen. Die Verknappung bestimmter Güter (z. B. medizinischer Güter) ist ein solches gemeinsames Merkmal, das durch die Unterbrechung der Produktionsketten noch verstärkt wurde. Auch Zweifel an der Fähigkeit von Regierungen, aus der Krise herauszuführen, sind allseits präsent: Der schlechte Umgang mit der Krise hat Donald Trump – unter anderem – seinen Platz im Weißen Haus gekostet. Es ist also höchste Zeit zu überlegen, was wir von jenen lernen können, die es besser gemacht haben als wir, und den daraus resultierenden Innovationsschub zu nutzen, um bessere Institutionen und widerstandsfähige Volkswirtschaften zu schaffen. Wohlergehen und Wohlstand können nicht von einzelnen Staaten allein genossen werden; es bedarf der Zusammenarbeit und kollektiver Antworten auf globale Herausforderungen. Die aktuelle Pandemie hat diese Lektion klar hervorgehoben, und deshalb werden die gleichen Kräfte, die wir bei vergangenen Krisen erlebt haben, die Globalisierung wieder vorantreiben, so Harold James.

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Harold James, Professor an der Princeton University, erläutert, warum er überzeugt ist, dass die aktuelle Krise zu einer erneuten Welle der Globalisierung führen wird und was dies für Deutschland und seine nächste Regierung bedeuten könnte – am 26. Mai bei unserem VIII New Paradigm Workshop.

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