ZEITRAUM

So lässt sich mehr Klimaschutz heraushandeln – Artikel
Dennis Snower, Die Zeit, 21.11.2022

Es ist Zeit, Alternativen zu den Weltklimagipfeln zu erkunden: Wenn wir Klima- und Pandemieziele kombiniert angehen, ergeben sich neue Spielräume.

Wozu eigentlich noch arbeiten? – Essay (Paywall)
Kathrin Werner, SZ, 19.11.2022

Viele Menschen sind gestresst, ständig in Eile, dauernd unter Druck. Von der Frage, weshalb wir uns das antun und ob es nicht auch anders geht.

It’s the economy, stupid (aber nicht so, wie wir dachten) – Kolumne
Martin Sandbu, Financial Times, 17.11.2022

Ihr überraschend gutes Abschneiden bei den Zwischenwahlen sollte die US-Demokraten dazu veranlassen, Bidenomics zu schätzen.

Kollateralschäden durch höhere Zinsen – Blogbeitrag
Servaas Storm, INET Blog, 05.11.2022

Warum man vor einer weiteren geldpolitischen Straffung à la Volcker auf der Hut sein sollte

Rishi Sunak: Rückkehr zur Austerität? – Artikel
Owen Jones, der Freitag, 43/2022

Nur 50 Tage war Liz Truss im Amt. Doch auch wenn ihr Nachfolger Rishi Sunak sich länger halten wird – die tiefgreifenden Probleme der britischen Gesellschaft wird auch er nicht lösen. Der Grund: die Ideologie der Tory-Partei.

Behebung eines Webfehlers: Wie die Konjunkturkomponente demokratisch legitimiert und nachhaltiger werden könnte – Zeitgespräch
Florian Schuster & Philippa Sigl-Glöckner, Wirtschaftsdienst, 102/2022

Die Ampelkoalition hat sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, das Konjunkturbereinigungsverfahren im Rahmen der Schuldenbremse zu überprüfen. Im Zentrum des Prozesses steht die Schätzung des Produktionspotenzials. Das Verfahren, auf dem die Potenzialschätzung beruht, ist vielfältiger Kritik ausgesetzt, unter anderem aufgrund seiner Prozyklizität und Revisionsanfälligkeit. Hier mit der Kritik zu beginnen, greift jedoch zu kurz. Denn bevor es um die Optimierung der Schätzmethodik geht, sollten Kriterien dafür ausbuchstabiert werden, wie sie zu einer demokratisch legitimierten Fiskalpolitik beitragen kann.

Wichtige Teile der deutschen Industrie schrumpfen stark – Artikel (Paywall)
Alexander Hagelüken, Süddeutsche Zeitung, 14.11.2022

Energieintensive Branchen produzieren seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs über zehn Prozent weniger. Durch politische Fehler könnte sich das noch verschärfen, warnen Ökonomen.

Ein ineffizientes Milliardengeschenk für die Industrie – Blogbeitrag
Tom Krebs, Makronom, 15.11.2022

Die von der ExpertInnen-Kommission empfohlene Gaspreisbremse für industrielle Verbraucher ist gut für Konzerne wie BASF und ihre Eigentümer – aber schlecht für die deutschen Steuerzahler.

Ist Klimaschutz eine Frage der (Um-)Verteilung? – Podcast
Henrike Adamsen & Victoria Hünewaldt, Makronom, 10.11.2022

Ein Gespräch mit DIW-Präsident Marcel Fratzscher über die Finanzierung von Klimaschutz, die Auswirkungen auf unterschiedliche Einkommensgruppen und die Maßnahmen zur Bewältigung der Energiekrise.

Die EU fängt an, ihre fiskalischen Nesseln anzupacken – Kolumne (Englisch)
Martin Sandbu, FT, 10.11.2022

Der neue Vorschlag akzeptiert, dass Haushaltsregeln die Politik ergänzen und nicht ersetzen müssen.

Wirtschaftsweisen-Chefin Monika Schnitzer plädiert für Energie-Soli – Artikel
Julian Olk, Handelsblatt, 09.11.2022

Die neue Vorsitzende verteidigt den überraschenden Vorschlag des Sachverständigenrats für Steuererhöhungen – und erklärt, wie das wichtige Beratungsgremium sich verändern muss.

Der unternehmerische Staat muss beim Klimaschutz die Führung übernehmen – Artikel (Englisch)
Mariana Mazzucato, Project Syndicate, 04.11.2022

Während die viel beschworene grüne Allianz der Finanzinstitute zerbröckelt, hat sich der private Sektor einmal mehr als unfähig erwiesen, eine Führungsrolle im Klimaschutz zu übernehmen. Der globale Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft wird einfach nicht in dem erforderlichen Tempo erfolgen, wenn die Staaten nicht die ihnen zustehende Rolle als Marktmacher und Investor in öffentliche Güter wahrnehmen.

In einem neuen Beitrag kritisieren Isabella Weber und Sebastian Dullien, dass Unternehmen ihr subventioniertes Gaskontingent „am Markt verwerten“ dürfen, was nach der Meinung der Autoren einen Anreiz dafür schaffen könnte, eigene Produktion zurückzufahren und sich auf den teureren Weiterverkauf von Gas zu konzentrieren. Um diesen „Winterschlaf“ zu vermeiden, argumentieren sie, dass der ausgezahlte Betrag an Industrieunternehmen verbrauchsabhängig sein sollte, wobei der Sparanreiz durch die Begrenzung auf 70 bzw. 80 Prozent des Verbrauchs gegeben sei.

Um das Dollarsystem und das internationale Finanzsystem wirklich zu verstehen, ist die Frage, wie die Welt so abhängig vom US-Dollar wurde, entscheidend. Ein neues Buch der INET-Buchreihe und der Cambridge University Press geht genau dieser Frage nach.

Money and Empire: Charles P. Kindleberger and the Dollar System, von Perry Mehrling, Wirtschaftsprofessor an der Boston University, skizziert die Entwicklung von Kindlebergers wirtschaftlichem Denken im Kontext eines „Key-Currency“-Ansatzes zum Aufstieg des Dollarsystems, das seit dem Zweiten Weltkrieg als unverzichtbarer Rahmen für die globale wirtschaftliche Entwicklung diente.

Das Buch ist eine Biografie sowohl des Dollars als auch eines Mannes und erzählt die Geschichte der Entwicklung von Ideen über die Funktionsweise des Geldes und die Entstehung des Dollarsystems, die im Gegensatz zu dem weit verbreiteten Mythos des Multilateralismus von Bretton Woods steht.

Wie Adam Tooze in seiner Rezension des Buches feststellt, verstand Kindleberger Geld und Bankwesen als inhärent transnational, mit räumlich verstreuten Eigentumsverhältnissen und Kontrollmöglichkeiten. Dieses Verständnis der globalen Kreditschöpfung steht in gewisser Weise im Widerspruch zu der Auffassung von Banken als Intermediäre, die den Arbeiten der diesjährigen Nobelpreisträger zugrunde liegt.

Als Ben Bernanke Kindleberger um eine Stellungnahme zu seinem Aufsatz Non-Monetary Effects of the Financial Crisis in the Propagation of the Great Depression (1983) bat, erhielt er die folgende Antwort, die den Grad der intellektuellen Meinungsverschiedenheit unterstreicht: „Ich denke, Sie haben eine höchst geniale Lösung für ein Nicht-Problem geliefert“. Lesen Sie Kindlebergers gesamte Antwort hier.

Eine Reform des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt steht schon länger im Raum. Jetzt hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag vorgelegt. Die Regeln sollen den Mitgliedsstaaten mehr Flexibilität beim Abbau von Schulden gewähren, aber gleichzeitig verbindlicher werden.

Eine Übersicht über verschiedene Reformvorschläge von Jan Priewe gibt es hier. Außerdem gibt es hier eine Studie des ZOE-Instituts zu den Auswirkungen verschiedener Fiskalregeln auf eine gerechte grüne Transformation.

UNSERE THEMENSCHWERPUNKTE

Neues Leitmotiv

NEUES LEITMOTIV

Nach ein paar Jahrzehnten allzu naivem Marktglaubens brauchen wir dringend neue Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit – und mehr: ein ganz neues Paradigma als Leitfaden. Wir sammeln alles zu den Leuten und der Community, die sich mit dieser großen Frage beschäftigen, sowie mit der historischen wie heutigen Wirkung von Paradigmen und Narrativen – ob in neuen Beiträgen, Auftritten, Büchern und Veranstaltungen.

Staat
neu denken

STAAT
NEU DENKEN

Jahrzehnte lang galt der Konsens, dass sich der Staat sich aus der Wirtschaft zurückziehen und man die Staatsschulden senken sollte, um den Wohlstand zu fördern. Dies hat jedoch zu chronischen Mängeln in Bildung und Infrastruktur geführt. Neuere Forschung versucht zu erörtern, wann es sinnvoll ist, dass sich der Staat in den Wirtschaftsprozess einmischt, um langanhaltenden Wohlstand zu garantieren und Krisen zu verhindern.

Klima
in Wohlstand
retten

KLIMA
IN WOHLSTAND
RETTEN

Zu Hochzeiten des Glaubens an die Märkte galt als bestes Mittel gegen die Klimakrise, an den Märkten einen CO2-Preis aushandeln zu lassen. Heute ist zunehmend Konsens, dass das nur bedingt funktioniert - und es weit mehr braucht, als nur einen Preis.

Ungleichheit
verringern

UNGLEICHHEIT
VERRINGERN

Das Gefälle zwischen Arm und Reich scheint selbst in einem Land wie Deutschland zunehmend den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gefährden. Um den Trend umzukehren, ist es wichtig, die wirklichen Ursachen des Auseinandergehens von Einkommen und Vermögen zu verstehen.

Finanzwelt
erneuern

FINANZWELT
ERNEUERN

Auch zehn Jahre nach der Finanzkrise scheint eine wirkliche Stabilität des Finanzsystems nicht in Sicht zu sein. Risiken werden periodisch falsch bewertet und führen zu Boom-Bust-Zyklen. Ein stabileres Finanzsystem sollte kurzfristige Spekulationen erschweren, systemische Risiken begrenzen und das Vermögen gerechter verteilen.

Innovation Lab

INNOVATION LAB

Brauchen wir ein ganz neues Verständnis von Wirtschaftswachstum? Was wäre eine reale Alternative? Wie praktikabel sind Alternativen zum Bruttoinlandsprodukt, wenn es um die Messung von Wohlstand geht? Um diese und andere grundsätzlichere Herausforderungen geht es in dieser Sektion.

Globalisierung
für alle

GLOBALISIERUNG
FÜR ALLE

Nach drei Jahrzehnten schlecht gemanagter Integration ist die Globalisierung durch soziale Unzufriedenheit und den Aufstieg populistischer Kräfte bedroht. Es gilt dringend die negativen Nebeneffekte auf viele Menschen zu beheben - und klarer zu definieren, welche Herausforderungen auf lokaler oder regionaler, und welche über Grenzen hinweg angegangen werden sollten.

Europa
jenseits
der Märkte

EUROPA
JENSEITS
DER MÄRKTE

Das Europa der vergangenen Jahrzehnte wurde stark vom Primat der Wirtschaft und dem Vertrauen in die Heilungskraft der Märkte geprägt. Die Euro-Krise hat dies erschüttert. Seither wird gestritten, wie die Währungsunion vor neuen Paniken besser geschützt werden kann – und wie sich das Auseinanderdriften von Ländern besser verhindern lässt.

Corona-Krise

CORONA-KRISE

Die aktuelle Corona Krise ist mitunter die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. ÖkonomInnen arbeiten intensiv an einer Milderung der wirtschaftlichen Folgen durch COVID-19. Es gilt eine zweite große Depression, den Zusammenbruch der Eurozone und das Ende der Globalisierung zu verhindern. Wir sammeln die wichtigsten Beiträge.