A new economy – where are we?

Cornwall Consensus, Bidenomics, etablierte Ökonomen, die zu einem neuen Gesellschaftsvertrag aufrufen - vieles deutet auf einen Kurswechsel. Aber wo stehen wir wirklich im Herbst 2021? Dies ist die Leitfrage unseres IX New Paradigm Workshops.

 

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

als wir vor vier Jahren unseren ersten Workshop in Edinburgh hatten, war in den USA gerade Donald Trump Präsident, Großbritannien steuerte auf den Brexit zu, und auch sonst deutete einiges auf ein chaotisches Ende des marktliberalen Zeitalters hin. Jetzt regiert in den USA Joe Biden, die internationalen Organisationen sind fast alle auf geordnet neuem Kurs, und auch in Deutschland wird über Neues gemunkelt – Stichwort Ampel.

Wo stehen wir im Herbst 2021? Was ist wirklich neu? Auf unserem neunten New Paradigm Workshop werden wir am morgigen Mittwoch ein Update machen. Dabei werden Michael Jacobs und Diane Coyle um 11 Uhr 15 Vorschläge dazu vorstellen, was so ein neues wirtschaftliches Paradigma nach dem Marktliberalismus an gemeinsamen Nennern haben könnte – für alle, die das alte nicht mehr wollen, und doch aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Und was eine neue Generation Ökonomen braucht. Zu den Diskutanten zählen der Chefvolkswirt des Bundesfinanzministeriums, Jakob von Weizsäcker, ebenso wie Maja Göpel, Antonella Stirati und der bisherige HWWI-Chef Henning Vöpel. In weiser Moderation geleitet von Jens Südekum.

Mit der Chefin des Aspen Institutes, Stormy Mildner, werden wir über den Versuch sprechen, nach dem Washington Consensus einen Cornwall Consensus zu entwickeln – so wie ihn die deutsche Gesandte und ihre Kollegen, darunter Mariana Mazzucato und Thomas Philippon, im Auftrag der G7 diesen Sommer entwickelt und unterbreitet haben. Um 10 Uhr 30.

Zwischendurch gibt es Einzel-Updates dazu, wie es um die neuen Antworten auf jede der großen Herausforderungen unserer Zeit steht – mit Rainer Kattel zur neuen Rolle des Staates etwa; mit Tom Krebs zu einer neuen Klimapolitik jenseits des Glaubens an die Alleinheilkraft hoher CO2-Preise; mit Charlotte Bartels zu den Rezepten gegen Ungleichheit; mit Robert Gold zu Mitteln gegen Populismus; und mit Moritz Schularick zum Einfluss der Geldpolitik auf die Ungleichheit.

Jedes große Paradigma braucht auch große Leitsätze. Dass diese für das alte marktliberale Dogma bereits auf dem Rückzug sind, haben wir vor einem Jahr in einer Analyse von typischen Markt-Buzzwords dargelegt. Was dazu in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl steckte – und wie beliebt alte und neue Narrative sind – haben wir in einer Civey-Umfrage prüfen lassen. Die Ergebnisse gibt es morgen ab 15 Uhr 15 exklusiv als Forum-Weltpremiere. Zuvor führt uns der Bochumer Ökonom Michael Roos in die Gedankenwelt der wirtschaftlichen Narrative ein – und in die Schwierigkeit, sie zu modellieren und zu messen. Dazu gibt es Inputs von Anatole Kaletsky sowie von William Lamb von MCC (zu den Klima-Narrativen).

Dass Amerikaner wie Briten schon viel intensiver über ein neues Paradigma nachdenken, wird spürbar, wenn man liest, mit wie viel Verve die aktuelle Chefin der London School of Economics und frühere Notenbankerin, Minouche Shafik, für einen neuen Gesellschaftsvertrag eintritt. Was sie damit meint, wird sie morgen ab 17 Uhr 30 mit Marcel Fratzscher vom Berliner DIW und Xavier Ragot vom Pariser OFCE diskutieren. Bliebe (vorläufig) die Frage, ob Biden für eine neue Ökonomie, die Bidenomics, steht. Kritischer Einwurf dazu morgen von Berkeley-Ökonom Barry Eichengreen – ab 18 Uhr 30. Diskutanten: Michael Burda und Sebastian Dullien.

Dabei sein ist alles – Anmeldung hier.

Thomas Fricke

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