Wie ungleich ist Deutschland wirklich?

Eine Bestandsaufnahme – als erster Schritt einer längerjährigen Forschungsprojekts

Ist die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland wirklich gestiegen? Oder steckt dahinter nu rein gefühlter Befund? Über die Frage ist in den vergangenen Jahren in Deutschland oft heftig gestritten worden. Während die einen auf Erhebungen verweisen, die darauf hindeuten, dass die Einkommen heute weit starker auseinanderliegen als noch in den 1990er-Jahren, wies unter anderem der Sachverständigenrat als Entgegnung darauf hin, dass das Gefälle seit Mitte der 2000er-Jahre gar nicht mehr größer geworden sei.

Um mehr Klarheit in die Debatte zu bringen, hat das Forum New Economy ein mehrjähriges Forschungsprojekt gestartet, in dem eine Reihe renommierter Forscher über Datenlage und Befund aufklären sollen. In einer ersten Phase geht es dabei derzeit vor allem darum zusammenzutragen, was die Statistik sagt – und nicht sagt. In einer zweiten Phase, die gerade parallel anläuft, sollen die Einflussfaktoren besser erfasst werden, die zu höherer Ungleichheit von Einkommen und Vermögen führen. Stecken dahinter vor allem die Bedingungen am Arbeitsmarkt, die es manchen ermöglichen, sehr viel Einkommen zu erzielen – und bei anderen zu stagnierenden Einkommen führen? Oder spielt vor allem die Logik von Finanzmärkten eine Rolle, die es manchen ermöglicht, schnell sehr viel Vermögen anzuhäufen?

Das Projekt wird geleitet von Charlotte Bartels und Carsten Schröder vom Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) beim DIW in Berlin. Die Forscher werden dabei eng mit internationalen Experten zusammenarbeiten, darunter mit dem international renommierten Ökonomen Branko Milanovic sowie Lucas Chancel, der das von Thomas Piketty initiierte World Inequality Lab (WIL) leitet. Auf dem Launch Event des Forum’s New Economy gab Timm Bönke (FU Berlin) einen überblick über das Projekt und den Stand der Ungleichheit in Deutschland.

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