New Economy Working Paper – Wege aus dem deutschen Leistungsbilanzüberschuss

Gehen mit Trump auch die US-Beschwerden über Deutschlands Exportüberschuss? Wohl nicht, sagen Achim Truger, Jan Behringer und Till van Treeck in einem kommenden SZ-Artikel, der auf einer Forum-Studie basiert.

 

War der deutsche Leistungsbilanzüberschuss schon immer so groß? Woher kommt er? Sollten wir uns überhaupt Sorgen über das Ungleichgewicht machen? Und wenn ja, wie könnte Deutschland seinen hohen Handelsbilanzüberschuss abbauen? Drei Forscher der Universität Duisburg-Essen und des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung bringen uns der Beantwortung dieser Fragen nun einen Schritt näher.

It’s the imports, stupid!

Achim Truger, Jan Behringer und Till van Treeck geben einen historischen Abriss über die Entwicklung der deutschen Leistungsbilanz und führen uns durch die neueste theoretische Literatur zu Leistungsbilanzungleichgewichten. Die Autoren räumen dabei mit einigen der gängigsten Mythen in der Debatte auf und zeigen, dass der deutsche Überschuss nicht in erster Linie aus der vielgerühmten Exportstärke stammt. Stattdessen wird die Schuld auf den Unternehmenssektor geschoben, der zwar seine Gewinne steigerte, das zusätzliche Geld aber nicht für Güter und Dienstleistungen ausgab. Der Leistungsbilanzüberschuss, so die Erklärung. entstand durch zu geringe Importe, welche ihre Ursache wiederum in den stagnierenden Haushaltseinkommen der letzten zwanzig Jahre haben.

Was bedeutet das für die Zukunft der deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen?

Eine der stärksten Kritiken am deutschen Überschuss kam von der anderen Seite des Teichs. Die USA haben seit Jahrzehnten mit einem massiven Leistungsbilanzdefizit zu kämpfen und renommierte Ökonomen wie David Autor haben gezeigt, dass das Wegfallen von Arbeitsplätzen durch Importwettbewerb ein entscheidender Faktor bei der Wahl von Donald Trump 2016 war. Kein Wunder also, dass Trump Deutschland immer wieder wegen seines Handelsbilanzüberschusses angegriffen hat. Daran wird sich auch unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden kaum etwas ändern, wie Achim Truger, Jan Behringer und Till van Treeck in einem demnächst erscheinenden Artikel für die Süddeutsche Zeitung argumentieren, der auf dem Forum New Economy Working Paper basiert.

Die vollständige Studie ist als Forum New Economy Working Paper verfügbar – unten. Die Studie wurde erstmals auf unserem VII. New Paradigm Workshop Ende September 2020 in Berlin diskutiert. Die Aufzeichnung der Session mit Kommentaren von Ludovic Subran, Matthew Klein und Heike Joebges finden Sie weiter unten.

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