Klimaschutz und der moderne Staat: Ein Wasserstoffpaket für Deutschland

Grüner Wasserstoff gilt als essenzieller Bestandteil für den Übergang in die Klimaneutralität. Eine neue Studie von Tom Krebs entwickelt eine moderne Wasserstoffstrategie für Deutschland.

 

Das Ziel der Klimapolitik ist klar: keine Nettoemissionen von Treibhausgasen bis 2045. Doch was ist der Weg zum Ziel? Wie sieht eine moderne Klimapolitik aus, die das Erreichen der gesetzten Klimaziele gewährleistet? In einer neuen als Forum New Economy Working Paper veröffentlichte Studie stellt Tom Krebs von der Universität Mannheim erneuerbaren Wasserstoff in das Zentrum einer umfassenden Klimastrategie.

Laut der Studie sprechen zwei Gründe dafür, den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in den Mittelpunkt einer deutschen Klimapolitik zu rücken. Erstens ist erneuerbarer Wasserstoff – also Wasserstoff produziert auf Basis erneuerbarer Energien – wesentlich für die Dekarbonisierung der Industrie, der Energiewirtschaft und des Schwertransports. Zweitens liegt in der Wasserstofftechnologie ein riesiges Innovationspotenzial, das die Grundlage für einen grünen Wirtschaftsboom bilden kann.

Der Kern der in der Studie entwickelten Wasserstoffstrategie ist ein öffentliches Wasserstoffpaket, das weit über die aktuellen Pläne der Bundesregierung hinausgeht. Das vorgeschlagene Wasserstoffpaket besteht aus sechs Maßnahmen und hat ein Finanzvolumen von insgesamt 100 Mrd. Euro bis 2030 (jährlich 10 Mrd. Euro). Drei der sechs Maßnahmen betreffen den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur und drei Maßnahmen können der Industriepolitik zugeordnet werden. Aus ökonomischer und finanzpolitischer Sicht ist eine Umsetzung großer Teile des Wasserstoffpakets mittels öffentlicher Unternehmen sinnvoll.

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass nur eine moderne Klimapolitik erfolgreich Klimaschutz mit wirtschaftlichem Wohlstand verknüpfen kann. Eine solche Klimapolitik basiert – wie auch das vorgeschlagene Wasserstoffpaket – auf der Idee des modernen Staates. Der moderne Staat schafft die notwendige Infrastruktur, damit die klimafreundlichen Zukunftsprodukte (grüner Wasserstoff) von den Produktionsstätten zu den Abnehmern transportiert werden können. Zudem betreibt er strategische Industriepolitik, um Planungssicherheit zu schaffen und gezielt die Investitionen in klimafreundliche Zukunftstechnologien anzuschieben.

Die komplette Studie ist jetzt als Forum New Economy Working Paper öffentlich verfügbar (s. unten). Die Studie wurde zuerst bei unserem VIII. New Paradigm Workshop Ende Mai 2021 in Berlin vorgestellt.

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