Quick & New –
der New-Economy-Ticker
Aktuelle Nachrichten, Debatten, Vorschläge und Entwicklungen zum neuen ökonomischen Denken auf einen Blick.
‚Degrowth‘ beginnt, von Europas politischen Rändern aus Einzug zu halten – Artikel
Martin Sandbu, Financial Times, 30.05.2023
Unorthodoxe wirtschaftliche Ideen finden im Zuge des Klimawandels ein breites Publikum.
Ohne sichere Staatsanleihen wird die Eurozone nicht funktionieren – Artikel
Fabian Lindner, Social Europe, 30.05.2023
Das obskure Konzept der „monetären Dominanz“ stand hinter der letzten Krise der Eurozone. Wenn sie nicht hinterfragt wird, könnte sie einer weiteren Krise zugrunde liegen.
Was kostet die Welt? 630 Billionen Dollar – Artikel
Henrik Müller, Der Spiegel, 28.05.2023
Eine neue Studie rechnet vor, wie viel das Anlagevermögen rund um den Globus wert ist. Binnen zwei Jahrzehnten hat sich die Summe vervierfacht. Das stellt grundlegende Fragen an unser Wirtschaftssystem.
Der Defizit-Mythos hält sich hartnäckig – Blogpost
Stephanie Kelton, Substack, 30.05.2023
Das alte Spielbuch feiert ein Comeback. Demokraten und Republikaner nähern sich mit dem „Fiscal Responsibility Act“ einer Einigung über eine „Schuldengrenze“.
Die unsoziale Rezession – Kolumne
Marcel Fratzscher, Die Zeit, 26.05.2023
Die Wirtschaft ist in die Rezession gerutscht. Das trifft vor allem Menschen mit geringem Einkommen hart. Gerade für sie ist auf Jahre keine Erholung absehbar.
IIPP soll einen Index der Fähigkeiten des öffentlichen Sektors erstellen – Presseerklärung
26.05.2023
Das UCL IIPP hat mit Unterstützung von Bloomberg Philanthropies eine neue Forschungsinitiative gestartet, um einen Index der Fähigkeiten des öffentlichen Sektors zu erstellen – die erste globale Messung der Fähigkeit von Regierungen, Probleme zu lösen.
Stolz und Fehlurteil – Artikel (Paywall)
Sebastian Thieme, FAZ, 23.05.2023
Die Volkswirtschaftslehre verweigert sich dem Dialog mit der Pluralen Ökonomie. Dabei kann diese ihre Kritik an dem Fach längst belegen.
Ein Zielkonflikt bringt mit sich, dass nicht alle Wünsche gleichzeitig umgesetzt werden können. Es muss Abstriche und Kompromisse geben, es muss priorisiert werden. Wie Jean Pisani-Ferry in einem kürzlich erschienenen Artikel schreibt, scheint die Europäische Union einem offensichtlichen Zielkonflikt zwischen Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Schuldenregeln momentan aus dem Weg zu gehen.
Am umsichtigsten wäre es, wenn der Euro-Raum die fiskalischen Zwänge durch eine grüne Ausnahmeregelung oder ein gemeinsames Verschuldungsprogramm lockern würde, das durch eine Vereinbarung über die Aufstockung seiner Eigenmittel gestützt wird. Zugegebenermaßen würde ein solcher Schritt das Risiko einer makroökonomischen Instabilität mit sich bringen. Aber er wäre weniger schädlich als ein Verzicht auf Wettbewerbsfähigkeit oder ein Zerfall des multilateralen Systems. Das Beharren auf fiskalischer Korrektheit könnte die EU mit erheblichen Verlusten an anderen Fronten konfrontieren. Im Gegensatz zu dem, was einige europäische Politiker glauben mögen, wird der Übergang zu sauberer Energie nicht ohne Kosten sein. Die Entscheidung, vor der die europäischen Politiker stehen, ist einfach: Jetzt handeln, um diese Kosten zu bewältigen, oder später einen viel höheren Preis zahlen.
Den ganzen Artikel gibt es hier.
Dieses Grundeinkommen wünschen sich die Deutschen – Artikel
Florian Diekmann, Spiegel, 23.05.23
Jeden Monat Geld vom Staat für alle: Diese Idee ist in Deutschland sehr umstritten. Nun haben Forschende ermittelt, wie ein mehrheitsfähiges Grundeinkommen aussehen müsste, wie hoch es wäre – und wer besonders dafür ist.
European public goods and fiscal rules for the new economic policy – Artikel
Angel Ubide, El Pais, 21.05.23
The EU will not achieve its goals for strategic autonomy and decarbonization, without a budget to support them.
Economist Daron Acemoglu: ‘When mistakes involve powerful technologies, you’re going to have trouble’ – Interview
Rana Foroohar, FT, 19.05.23
The MIT professor on how AI can benefit the workers not ‘the takers’ — and seeing the world from Trump supporters’ point of view.
Wohlbefinden als neues Wachstumsmaß – Artikel
Werner Mussler, FAZ, 16.05.23
Die Wachstumsaussichten für die EU sind in diesem und im kommenden Jahr eher mager. Ist das der Grund, warum die EU-Kommission sich neue Definitionen überlegt?
IWF fordert Reform der deutschen Schuldenbremse – Artikel
Rheinische Post, 16.05.23
Alternde Bevölkerung, kaum Wirtschaftswachstum, hohe Inflation — der Internationale Währungsfonds zeichnet für Deutschland keine besonders rosige Zukunft. Um wirtschaftlich wieder leistungsfähiger zu werden, sollte die Bundesregierung die Schuldenbremse lockern, rät die Washingtoner Finanzorganisation.
Europe can’t decide how to unplug from China – Artikel (Paywall)
The Economist, 15.05.23
How should Europe handle China? The continent is trying to decide. After decades of pursuing trade, Europeans are pondering how much to decouple.
Der IWF hat in seinem jüngsten Bericht für Deutschland Reformen vorgeschlagen, um fiskalischen Spielraum für höhere öffentliche Investitionen, steigende alterungsbedingte Ausgaben zu schaffen und den grünen Übergang zu beschleunigen. Im Gegensatz zum derzeitigen ausgabenbasierten Sparkurs der Ampelkoalition schlägt der IWF vor, fiskalischen Spielraum auch durch Steuern und eine Aktualisierung der Fiskalregeln zu gewinnen. Ein Beispiel ist eine zeitlich befristete Solidaritätszuschlag für Haushalte mit höherem Einkommen. Aber auch eine Reform der Grundsteuer oder der Abbau von umweltschädlichen Subventionen werden genannt.
Obwohl Deutschland über einen großen fiskalischen Spielraum verfügt, um auf Schocks zu reagieren, bleibt aufgrund der verfassungsrechtlichen Schuldenbremse, die die jährliche strukturelle Neuverschuldung auf Bundesebene auf 0,35 Prozent des BIP begrenzt, kaum Spielraum. […] Um angemessene Mittel für die grüne Transformation, die Digitalisierung und die Förderung von Human- und Sachkapital bereitzustellen, muss Deutschland möglicherweise neuen fiskalischen Spielraum schaffen, indem es Ausgabenreformen durchführt, zusätzliche Einnahmen mobilisiert und/oder die Schuldenbremse anpasst. Solche Maßnahmen könnten beispielsweise eine Reform der Grundsteuer und/oder den Abbau von Subventionen umfassen, die verzerrend oder umweltschädlich sind.
Auch eine Reform der deutschen Schuldenbremse wird angeregt:
Deutschland sollte eine Anpassung der Schuldenbremse in Betracht ziehen, um sie besser mit den finanzpolitischen Regeln der EU in Einklang zu bringen und die Abhängigkeit von außerbudgetären Mitteln zu verringern. Um die Transparenz, die Kohärenz mit den finanzpolitischen Regeln der EU und die Wirksamkeit der Schuldenbremse zu verbessern, sollte die Regierung eine Überarbeitung der Regel in Betracht ziehen, um die Verwendung außerbudgetärer Mittel zu begrenzen und die jährliche Defizitgrenze etwas anzuheben, vielleicht um 1 Prozentpunkt des BIP. Die letztgenannte Änderung würde die Regel angesichts des erheblichen mittelfristigen Ausgabenbedarfs in Deutschland realistischer machen und gleichzeitig sicherstellen, dass der Schuldenstand weiterhin unter 60 Prozent des BIP sinkt.
Lesen Sie das gesamte IWF-Statement hier.
Mehr als nur Frauen, die Vollzeit arbeiten – Artikel
Lisa Hanzl, Makronom, 15.05.23
Eine progressive, feministische Arbeitsmarktpolitik muss einen transformativen Charakter haben, um aktuell dominante Strukturen aufzubrechen. Doch wie sehen Politikmaßnahmen aus, die Ungleichheit an ihrem Ursprung bekämpfen?
Die Bedrohung und das Versprechen der künstlichen Intelligenz – Kolumne
Martin Wolf, Financial Times, 09.05.23
Sie könnte die Technologie sein, die das Selbstverständnis der Menschen am meisten verändert.
Credit Suisse: Too big to manage, too big to resolve, or simply too big? – Policy Brief
Anat Admati, Martin Hellwig, Richard Portes, CEPR, 08.05.23
Der Ansturm auf die Silicon Valley Bank und die Credit Suisse im März 2023 hat die Aufmerksamkeit auf die Bankenregulierung, die Abwicklung und das Eingreifen der Regierungen gelenkt. In diesem Beitrag werden die Einzelheiten des Ansturms auf die Credit Suisse und ihre letztendliche Übernahme durch die UBS analysiert.
(Keine) Angst vorm Sensenmann? – Artikel
Moritz Gartiser, Makronom, 08.05.23
Ein maßgeblicher Treiber der Ungleichheit in Deutschland ist der Rückgang der Besteuerung hoher Vermögen. Eine Analyse der Medienberichterstattung zur Erbschaftsteuer gibt nun Hinweise dafür, wie Steuersenkungen öffentlich kommentiert und legitimiert werden.
Washingtons neues Narrativ für die Weltwirtschaft – Artikel
Dani Rodrik, Project Syndicate, 05.05.23
Während die Wirtschaftsagenda der Regierung Biden eine willkommene Abkehr von früheren demokratischen Präsidentschaften darstellt, haben ihre jüngsten Maßnahmen gegen China Bedenken hinsichtlich Protektionismus geweckt. Die jüngsten Entwicklungen deuten jedoch darauf hin, dass die USA ihre nationalen Sicherheitsinteressen wahrnehmen können, ohne die Weltwirtschaft zu untergraben.
Keine Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale – Parlamentsnachrichten
Deutscher Bundestag, Parlamentsnachrichten, 02.05.23
Die Bundesregierung sieht bisher keine Anzeichen für eine die Inflation treibende Lohn-Preis-Spirale. In der Antwort (20/6569) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (20/6258) schreibt die Regierung weiter, gegen eine Lohn-Preis-Spirale würden die Entlastungspakete sowie die Inflationsausgleichsprämie wirken. Auch in der Eurozone gebe es derzeit keine Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale.