Der Weg aus der Krise – alle News zu einem möglichen Recovery Plan

Die Covid-19 Krise hat die wirtschaftliche Aktivität einbrechen lassen. Jetzt braucht es einen Recovery Plan um die Deutsche und europäische Konjunktur wieder anzukurbeln. Hier finden Sie fortlaufend die neuesten und wichtigsten Vorschläge für den Restart.

Die Ausgestaltung eines Recovery Plans wird Deutschland und die Europa noch für Monate und Jahre begleiten. Unterschiedliche Konjunkturprognosen prophezeien unterschiedliche Zeiträume, bis die Wirtschaftsleistung wieder auf ihr vorheriges Level steigt. Dabei steht fest, dass ökonomische und globale Strukturen sich nachhaltig verändern werden. Auch das Verhalten von Konsumenten wird vermutlich nicht wieder zu dem vorherigen Status Quo zurückkehren. All das macht Prognosen und eine Ausgestaltung eines Recovery Plans besonders schwer. Um einen Überblick über die Vielzahl der Vorschläge aus Wissenschaft und Politik zu geben und Sie kontinuierlich auf dem Laufenden zu halten, werden wir hier einen fortlaufenden Blog gestalten.

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Laurence Tubiana und Emmanuel Guerin beleuchten die Notwendigkeit des Green Deals als zentrales Stück eines europäischen Wiederaufbauplans. Der Beitrag erschien im Project Syndicate — hier.

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Die sogenannten „Wirtschaftsweisen“ sind das vornehmste Beratergremium der Bundesregierung. Früher konnten sich
die Mitglieder häufig nicht auf eine Linie einigen, durch die Neubesetzungen hat sich das geändert. In einem
Beitrag für die Süddeutsche Zeitung äußern die Fünf sich demonstrativ einvernehmlich und sprechen sich beispielsweise gegen eine Kaufprämie für Fahrzeuge aus.

Stattdessen fordern die fünf ÖkonomInnen…

  • Eine Energiepreisreform: „Dazu könnte die Stromsteuer auf den europäischen Mindestsatz gesenkt werden. Ebenso wäre eine Senkung der EEG-Umlage über die im Klimapaket bereits beschlossene Reduktion hinaus denkbar.“
  • Stärkung der privaten Investitionen durch Anreize zur Bildung von Humankapital und zum Ausbau der Digitalisierung (z.B. durch digitale Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen)
  • Investitionen in das Gesundheitswesen, den öffentlichen Nahverkehr, die Netzinfrastruktur, die Infrastruktur für die emissionsneutrale Mobilität sowie in den Breitbandausbau und in die Digitalisierung von Behörden und Schulen.
  • Entlastung der Komunalfinanzen durch zusätzliche Mittel des Bundes für gezielte Investitionen der Kommunen

Den kompletten Gastbeitrag von Lars P. Feld, Veronika Grimm, Monika Schnitzer, Achim Truger und Volker Wieland gibt es hier.

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Montag, 25. Mai 2020, 10:00 Uhr  — Bundespressekonferenz
Corona-Pool – Zugangsbeschränkungen

mit:

  • Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Svenja Schulze
  • Prof. Sebastian Dullien, Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK)
  • Prof. Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
  • Matthias Runkel, Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS)
  • Prof. Achim Truger, Universität Duisburg-Essen, Mitglied des Sachverständigenrats

Thema:   Sozial-ökologische Impulse für die Konjunkturpolitik

Ort: Konferenzsaal, Haus der Bundespressekonferenz Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin (Ecke Reinhardtstraße) Parkplätze stehen außer für Übertragungswagen nicht zur Verfügung.

Leitung: Angela Wefers

 

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Neues Denken nach Corona: Raus aus der Dauerkrise

Gerhard Schick (Transformative Responses to the Crisis)

Langsam aber sicher schien die Gesellschaft die Klimakrise ernst zu nehmen, als mit Covid-19 eine andere Krise die Wirtschaft aus den Angeln riss. Das alles passiert nur knapp 10 Jahren nach der Euro- und Finanzkrise. Die Realität verdeutlicht, dass Krisen als Bestandteil des Systems wahrgenommen werden müssen. Das bedingt auch, dass man sich auf diese einstellen muss. Unter dem Schlagwort „Resilienz“ strebt das neu geschaffene Projekt „Transformative Responses to the Crisis“ eine Orientierung eines Recovery Plans an den Leitsätzen der Resilienz an. Gerhard Schick erklärt im Spiegel wie das aussehen könnte.

Neues Denken nach Corona: Raus aus der Dauerkrise

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Wir dürfen die Corona-Schulden nicht zurückzahlen

Jens Südekum (Universität Düsseldorf)

Können wir uns das überhaupt leisten? Bisherige Maßnahmen und auch ein zukünftiger Recovery Plan wird die Schuldenstandsquote in Deutschland und anderen Industrienationen erheblich ansteigen lassen. Dennoch, so argumentiert, Jens Südekum im Handelsblatt muss sich niemand um die Corona-Schulden sorgen. Er schlägt vor, dass diese mit möglichst langfristigen Krediten bedient werden sollten und kontinuierlich durch neue Kredite überwälzt werden. Schließlich ist nicht die nominale Größe der Schulden sondern ihr Verhältnis zum BIP entscheidend. Hier liegt auch ein besonderes Argument für die Kreditfinanzierung von Investitionen in einem möglichen Recovery Plan. Durch sie wird das BIP in erheblichem Maße angekurbelt und die Schuldenstandsquote trotz Kreditfinanzierung langfristig sogar gedrückt.

Wir dürfen die Corona-Schulden nicht zurückzahlen

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Weiter Denken: Ein nachhaltiges Investitionsprogramm als tragende Säule einer gemeinwirtschaftlichen Stabilisierungspolitik

Sebastian Dullien (IMK), Michael Hüther (IW), Tom Krebs (Uni Mannheim), Barbara Praetorius (HTW Berlin), Katharina Spieß (DIW)

Mai 7, 2020

Was sind die Hebel um die deutsche Wirtschaft mit einem Konjunkturprogramm aus der Krise zu helfen. Die Autor*innen dieses Papiers, sehen insbesondere Potenziale bei der Stimulation von öffentlichen und privaten Investitionen. Während Sebastian Dullien und Michael Hüther schon im vergangenen Jahr mit dem Vorschlag eines zehnjährigen Investionsprogramms in Höhe von insgesamt 450 Milliarden Euro, die deutsche Wirtschaft zukunftssicher zu machen, sehen sie auch hier den vielversprechendsten Hebel für einen Recovery Plan. Das Paper diskutiert dabei verschiedene Branchen und Gesellschaften, die sowohl konjunkturell signifikant wären aber auch zukünftig positive Externalitäten prophezeien. Auch mögliche Investitionen in das Humanpotenzial werden diskutiert, die positive Resilienzeffekte erwarten lassen.

Weiter Denken: Ein nachhaltiges Investitionsprogramm als tragende Säule einer gemeinwirtschaftlichen Stabilisierungspolitik

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Die Corona-Krise darf nicht mit der Befeuerung der Klimakrise bezahlt werden

Claudia Kemfert (DIW), Dorothea Schäfer (DIW), Willi Semmler (New School New York)

Mai 5, 2020

Langfristige staatliche Konjunkturhilfen müssen die grüne Transformation anschieben. Die Corona-Krise dürfe kein Alibi für die Nichteinhaltung der Klimaschutzziele sein argumentieren die drei Autor*innen. Dabei werden insbesondere Investitionen in den Umbau der Energieversorgung, eine neue Verkehrsinfrastruktur und eine Unterstützung von kriselnden Eurostaaten hinzu klimafreundlicherem Wirtschaften als Kernthemen identifiziert, die es jetzt anzugehen gilt. Generell schwebt den Autor*innen eine Abkehr vom reinen Fokus auf ökonomisches Wachstum hinzu einer Priorisierung von Ressourcenschonung und Klimaschutz vor. Gemeinsame europäische Projekte aber auch Unterstützungen der kriselnden Länder sollten zusätzlich stets mit einer klimaneutralen Agenda verbunden sein. So könnte der europäische Binnenmarkt gleichzeitig aus der Krise kommen und strukturelle Probleme adressieren.

Die Corona-Krise darf nicht mit der Befeuerung der Klimakrise bezahlt werden

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Eine Maßnahme reicht nicht – Vorschläge zur Krisenbewältigung in der EU

April 7, 202o

Dieser Artikel umfasst eine Übersicht verschiedener Ideen, um erste Schritte einer Erholung der Wirtschaftsleistung in der EU zu koordinieren und die Kosten der Krise aufzufangen. Außerdem werden erste Vorschläge von Patrick Graichen (Agora Energiewende) für ein Konjunkturpaket auf deutscher Ebene zusammengefasst.

Eine Maßnahme reicht nicht – Vorschläge zur Krisenbewältigung in der EU

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Mit einem Social Green Deal aus der Krise

Maja Göpel (WBGU)

April 1, 2020
Maja Göpel fordert einen transformativen Plan, der den Menschen und seine Umwelt wieder in den Mittelpunkt stellt. Dafür sollte vor allem in Bildung investiert werden und der wirtschaftliche Fokus auf mittelständische Unternehmen gelegt werden. Die EU als Schicksalsgemeinschaft, wie sie während der Corona-Krise häufig genannt wird, könnte die für die gesundheitliche Krise benötigte Solidarität somit in ein transformatives Ziel weiterleiten. Außerdem räumt sie mit ehemaligen ökonomischen Leitmotiven auf, die jetzt verworfen werden müssen.

Maja Göpel: Mit einem Social-Green Deal aus der Krise

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Simons Blog: Warum diese Krise zu einem neuen wirtschaftlichen Konsens führen wird

March 30, 2020
Simon Tilford (Forum New Economy) warnt davor, die Fehler der Finanz- und Eurokrise nicht zu wiederholen. Die Entscheidungsträger müssten verhindern, dass die Wirtschaft einfach zu dem vorherigen Staus Quo zurückkehren wird. Nur so könne die Wirtschaft gleichzeitig angekurbelt werden und resilienter gemacht werden. Insbesondere die asymetrische Lastenverteilung der Kosten dürfe sich nicht wiederholen. Andernfalls, drohen internationale Projekte wie die Globalisierung oder die EWU zu scheitern.

Simons Blog: Warum diese Krise zu einem neuen wirtschaftlichen Konsens führen wird

 

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