So denken deutsche Unternehmen über zentrale Wahlkampfthemen – Ein Stimmungsbild

Wie stehen deutsche Unternehmen kurz vor der Wahl zentralen Wahlkampfthemen wie der Industrie- und Klimapolitik gegenüber? Die Deutsche Bank hat dazu 200 Unternehmen befragt – mit überraschend heterogenen Ergebnissen.

 

Noch nie gab es in der deutschen Koalitionsgeschichte auf Bundesebene eine schwarz-grüne Koalition. Ein Blick auf aktuelle Wahlumfragen zeigt: dies könnte sich bald ändern. Wie wirken sich diese Aussichten auf den Unternehmenssektor aus? Wie steht es wenige Monate vor der Wahl um das unternehmerische Stimmungsbild in Bezug auf zentrale Wahlkampfthemen wie die Klimapolitik, eine aktivere Industriepolitik oder die europäischen Fiskalpolitik? Das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Bank zeigt: die Ansichten sind überraschend heterogen, der deutsche Unternehmenssektor scheint mit dem marktliberalen Paradigma weniger verhaftet als gemeinhin angenommen.

Dies zeigt sich mitunter darin, dass eine relative Mehrheit von immerhin 42 Prozent in einer möglichen schwarz-grünen Koalition „den Beginn eines längst überfälligen Umbaus der deutschen Industrielandschaft“ sieht. Eine aktivere Rolle des Staates scheint kein No-Go mehr. Vielmehr befürworten die Unternehmen eine aktive Arbeitsplatzsicherung durch den Staat. Auch kleinere Unternehmen (< 25 Mio. Umsatz) gehören zu den Befürwortern einer aktiveren Industriepolitik. Als ein möglicher Grund hierfür gilt unter anderem der zunehmend beobachtbare fiskalische Regimewechsel anderer führender Industrienationen wie den USA.

Auch in Bezug auf eine mögliche europäische Fiskalunion fällt das Ergebnis überraschend gespalten aus. Immerhin 40% der befragten Unternehmen sehen eine dauerhafte Kreditaufnahme der EU bzw. eine gemeinsame Haftung als positiv an, und erhoffen sich so eine Stabilisierung von Liefer- und Absatzmärkten und eine damit einhergehende Nachfragesteigerung.

Und bei der Klimapolitik? Von den Unternehmen, die Klimapolitik nicht als Belastung ansehen, erwarten 40% sogar eine steigende Nachfrage nach ihren Produkten durch zusätzliche klimapolitische Maßnahmen. Diese Unternehmen vertrauen darauf, dass der Staat mögliche negative finanzielle Auswirkungen einer Klimapolitik abfedert.

Die gesamte Studie gibt es hier zum Nachlesen.

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