Welche Institutionen seit der Finanzkrise bereits Abschied von alten Paradigmen genommen haben – und welch nicht

Gut ein Jahrzehnt nach der Eskalation der großen Finanzkrise drängt sich die Frage auf: haben maßgebliche Institutionen die Lehren aus der Krise gezogen?

Gut ein Jahrzehnt nach der Eskalation der großen Finanzkrise drängt sich die Frage auf: haben maßgebliche Institutionen die Lehren aus der Krise gezogen? Und gibt es schon so etwas wie einen Paradigmenwandel? Laurie Laybourn-Langton und Michael Jacobs haben in einer Studie im Auftrag der New Paradigm Initiative systematisch auszuloten versucht, wie sehr sich Institutionen wie der Internationale Währungsfonds, wichtige Notenbanken oder Finanzministerien von ihren früheren, oft stark marktliberal-orthodoxen Positionen verabschiedet haben. Die beiden britischen Ökonomen führten dazu systematische Interviews mit Vertretern der betreffenden Organisationen und werteten typische Positionen im Zeitvergleich aus.

Quintessenz: fast alle Institutionen haben sich von ihren früheren Positionen schon deutlich wegbewegt – die OECD etwa von ihrem früheren Fokus auf die Liberalisiserung und Deregulierung der Arbeitsmärkte hin zu einem viel starker inklusiven Verständnis von Wirtschaftswachstum; oder der IWF vom Dogma freien Kapitalverkehrs hin zu einer sehr viel differenzierteren Empfehlung. In den meisten Fällen, so Laybourn und Jacobs, sei es bislang allerdings eher um eine moderate Abkehr gegangen, weniger um einen radikaleren Paradigmenwechsel.

Laurie Laybourn-Langton, Michael Jacobs & Laurie Macfarlane, ‘Paradigm shifts and major economic institutions’, Studie erstellt für die New Paradigm Initiative/European Climate Foundation, Juni 2018

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