New Paradigm Knowledge Base – Update on inequality

Welche politischen Maßnahmen helfen gegen Ungleichheit? Wie hängen Ungleichheit und Zentralbankpolitik miteinander zusammen? Warum ist reine Umverteilung nicht genug, um Populismus zu bekämpfen?

 

Die zweite Sitzung zur Aktualisierung der Knowledge-Base hatte zum Ziel, ein Update zu neuen ökonomischen Überlegungen in drei Bereichen zu geben, die mit Ungleichheit zu tun haben: i) (Vermögens-)Ungleichheit, ii) Finanzmärkte durch die Brille der Ungleichheit und iii) Populismus.

i) Ungleichheit

Wenn von Ungleichheit die Rede ist, stellt sich immer die Frage: Ungleichheit von was? Bezogen auf Deutschland betonte CHARLOTTE BARTELS die Bedeutung der Vermögensungleichheit, die seit der Wiedervereinigung am stärksten zugenommen hat. Allerdings hat sich die Politik bisher vorrangig mit der Ungleichheit der (Arbeits-)Einkommen beschäftigt. Während Maßnahmen wie der Mindestlohn in den Koalitionsgesprächen prominent diskutiert werden, scheint eine Vermögenssteuer vom Tisch zu sein. Sie plädierte für einen Wandel hin zu einer Politik gegen die Vermögensungleichheit, wobei sie zwei Arten unterschied: 1. auf der Einnahmenseite: Besteuerung der Reichen. 2. auf der Ausgabenseite: Unterstützung des Vermögensaufbaus der Armen.

CARMEN GIOVANAZZI wies in ihren Ausführungen auf die Bedeutung des Unternehmensvermögens für die Vermögensungleichheit hin. Sie stimmte auch zu, dass die Vermögenseffekte von Mieten und Immobilien besonders besorgniserregend sind. Am Beispiel des Volksentscheids zur Enteignung großer Immobiliengesellschaften in Berlin führte sie aus, dass die Mehrheiten für Maßnahmen gegen die Vermögensungleichheit vorhanden seien, es aber ein Problem des politischen Entscheidungsprozesses zu sein scheine, diese umzusetzen.

ii) Finanzmärkte

In seinem Vortrag über neues ökonomisches Denken im Bereich der Finanzmärkte betonte MORITZ SCHULARICK drei Punkte.

1. Das Versprechen der 90er Jahre, dass die Finanzmarktliberalisierung zu stabileren Finanzmärkten aufgrund höherer Risikoteilungskapazitäten, höherer Effizienz bei der Kapitalallokation und damit zu höherem Wachstum führen wird, hat sich als falsch erwiesen. Anscheinend haben die politischen Entscheidungsträger während des Covid-19 aus der Finanzkrise gelernt und die Zentralbanken haben ihr Mandat als Kreditgeber der letzten Instanz in einem noch nie dagewesenen Ausmaß erweitert (mit guter Begründung).
2. Zusammen mit der Zunahme der Heterogenität in Wirtschaftsmodellen wurde die Annahme des alten Paradigmas, dass die Geldpolitik neutral ist, in Frage gestellt. Viele Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Verteilungseffekte der Geldpolitik. Es besteht kein Konsens über die Richtung der Auswirkungen, aber eines ist klar: Zentralbanken leben nicht in einer Welt des göttlichen Zufalls – eine stabile Inflation führt nicht automatisch zu hohem Wachstum.
3. Aber nicht nur die Auswirkungen der Geldpolitik auf die Ungleichheit werden untersucht, sondern auch die umgekehrten Effekte. Es gibt auch Untersuchungen darüber, wie sich Verschiebungen in der Einkommensungleichheit auf die Sparquoten auswirken, was beim Rückgang der Zinssätze eine Rolle gespielt haben könnte.

In ihren Ausführungen hob DOROTHEA SCHÄFER hervor, dass die Politik der Zentralbanken zwei Auswirkungen auf die Ungleichheit hat. Auf der einen Seite haben die Besitzer von Vermögenswerten – meist an der Spitze der Vermögens- und Einkommensverteilung – von den Zentralbankkäufen profitiert. Auf der anderen Seite haben auch hoch verschuldete Haushalte von den niedrigen Zinsen profitiert, ebenso wie Haushalte mit geringerem Einkommen durch Beschäftigungseffekte.

iii) Populismus

Ein Thema, das eng mit der Ungleichheit zusammenhängt, wurde im letzten Teil der Sitzung diskutiert, nämlich der Populismus. ROBERT GOLD interpretierte populistische Stimmen als Widerstand gegen den Strukturwandel, was angesichts der gewaltigen Veränderungen, die durch die Klimapolitik auf uns zukommen, die Bedeutung dieses Themas unterstreicht. Er betonte, dass Umverteilung allein nicht ausreiche, um den Populismus zu bekämpfen, da die Menschen nicht nur mit finanziellen Verlusten konfrontiert seien. Ein Weg könnte darin bestehen, den technologischen Wandel nicht als exogen gegeben hinzunehmen, sondern ihn zu gestalten, wie dies von Joe Kaeser auf unserem Workshop im Mai.

In seinen Ausführungen zum Umgang mit Populismus ging GUSTAV HORN auf den Elefanten im Raum ein: die Unsicherheit. Aus vielen Gründen, die auch in den vorangegangenen Vorträgen genannt wurden, wie Wohlstandsgefälle, Heterogenität oder Covid-19, ist die Unsicherheit gestiegen. Er argumentierte, dass politische Maßnahmen über die Umverteilung hinaus auf Respekt aufbauen sollten.

 

Sie können sich die gesamte Sitzung hier noch einmal ansehen:

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