Forum Newsletter #32 – Alles Neue im Überblick

Warum der deutsche Wirtschaftsliberalismus eine kritische Selbstbilanz noch vor sich hat.

 

Liebe Freunde des Neuen, Kolleginnen und Kollegen,

dürfen Liberale über Liberalismus klagen? Was in Deutschland irgendwie schwierig zu sein scheint, ist in den USA und Großbritannien möglich – ohne dass gleich der Verdacht kommunistischer Triebe aufkommt. Wie das geht, hat der großartige Timothy Garton Ash gerade in einem langen, lesenswerten Essay dargelegt. Tenor: der technokratische Wirtschaftsliberalismus der vergangenen Jahrzehnte ist krachend gescheitert. Das heiße nur nicht, dass es nicht auch einen besseren neuen Liberalismus geben kann, der emphatischer ist und als Ziel hat, das Auseinanderdriften der Gesellschaften zu stoppen. Gedanken, die bei den Chefs hiesiger liberaler Parteien noch anzukommen hätten.

Wie etwas Neues in der deutschen Praxis aussehen könnte, werden wir Ende Mai in unserem nächsten großen New Paradigm Workshop erörtern – zweiter Teil der Reihe zur Zukunft des deutschen Modells. Die Event-Seite samt Großteil des Programms steht – auf unserer Website. Ebenso wie die Zusagen von Dani Rodrik, Joe Kaeser, Isabel Schnabel, Jörg Kukies, Adam Tooze, Monika Schnitzer, Martin Hellwig, Nora Szech, Jakob von Weizsäcker, Mark Blyth, Moritz Schularick, Philippa Sigl-Glöckner und andere. Danach wissen wir, wie Deutschland Ungleichheit abbaut, die Climate Challenge schafft und mit Corona-Schulden umgehen sollte. Bestimmt. Notfalls fragen wir Timothy Garton Ash. Und wir gehen jetzt einmal fest davon aus, dass wir bis dahin auch wieder richtige Menschen treffen können. Nicht nur Bildschirme. Zur Anmeldung geht’s hier.

Wenn von einem neuen Paradigma die Rede ist, schwebt einem vor, dass es dafür ein paar große Leitgedanken gibt, ohne die Politik in der Praxis nicht funktioniert – und die, siehe oben, nach Scheitern des technokratisch-kühlen Liberalismus dringend neu zu bestimmen sind. Dann geht es aber auch darum, ganz konkrete neue Antworten auf die größten Fehlentwicklungen der Zeit zu finden (gibt einen britischen Historiker, der das gut auf den Punkt gebracht hat). Dafür hat das Forum New Economy seit den ersten Vorbereitungen für seinen Start etliche Paper in Auftrag gegeben, die jetzt erstmals gesammelt als Forum New Economy Basic und Working Paper zu finden sind – hier. Da stehen noch nicht alle Antworten drin, und die sind meist auch noch Work in Progress, aber sie könnten einmal Bausteine für das sein, was so ein neues Paradigma ausmacht. Vielleicht auch für einen neuen Liberalismus.

Ein schönes Wochenende,


Thomas Fricke 

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