Sorgen im Aufschwung – Wer hat Angst vor der Globalisierung?

Zum Start unseres Forums haben wir die Deutschen befragen lassen – zu Globalisierung, Abstiegsängsten und marktliberalen Dogmen. Jetzt liegen die Detailergebnisse auch nach Alter, Einkommen und Regionen vor, die Thomas Fricke für den „Wirtschaftsdienst“ ausgewertet hat. Danach haben vor allem die Über-50jährigen große Zweifel an der Globalisierung. Nachzulesen in der gerade erschienenen Dezember-Ausgabe.

 

„Dass der Zusammenhalt der Gesellschaft angesichts des Reichtumsgefälles in Gefahr ist, finden etwa 85% der Bezieher höherer Einkommen – in der untersten Kate- gorie sehen das 92% so. Dass über Jahrzehnte (eher) zu viel privatisiert wurde, finden 78% der Bessergestellten – und 84 % der weniger gut Verdienenden.

Noch deutlicher unterscheiden sich die Antworten nach Einkommen auf die Frage, ob in der Regel alle Menschen profitieren, wenn es der Wirtschaft gut geht. Das finden 73 % der Besserverdiener – aber nur 51 % derer, die wenig Einkommen haben. Was immer das über individuelle Position und gesamtgesellschaftliche Realität aussagt.

Auffällig drastisch gehen die Antworten nach Einkommen denn auch auf die Frage danach auseinander, ob die Regierung Menschen stärker schützen sollte, wenn durch Digitalisierung oder Globalisierung massenhaft Jobs verloren zu gehen drohen. Dem stimmen „voll und ganz“ nur 17 % der Reicheren zu, aber 48 % in der unteren Ein- kommenskategorie. Es spricht einiges dafür, dass diese Unterschiede in der Einschätzung auch einen sehr realen Unterschied in der tatsächlichen Gefährdung des eigenen Jobs durch technologischen Wandel und ähnliches spiegeln; von diesem sind nach gängigem Befund geringer Qualifizierte stärker betroffen als andere.

Ähnliches kommt in der Einschätzung sozialer Abstiegsrisiken zum Ausdruck. Dass die Gefahr einer solchen Verschlechterung für jeden Einzelnen heute „sehr viel größer“ ist als für frühere Generationen, sagen 45 % der Bezieher geringerer Einkommen, aber nur 20% der Besserverdienenden.“

Dazu auch ein Analyse in der Süddeutschen Zeitung.

 

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