Buchvorstellung: How companies can deliver both purpose and profit

LBS Professor Alex Edmans fordert, Unternehmen primär mit dem Ziel zu führen, soziale Werte für die Gesellschaft zu schaffen. Dies sei langfristig profitabler, als ein reiner Fokus auf Gewinne. Gemeinsam mit der ESMT Berlin haben wir Edmans eingeladen, sein Buch vorzustellen und darüber zu diskutieren, wie Unternehmen der Gesellschaft dienen können.

 

Seit Jahren steht die Wirtschaft unter zunehmendem Druck, ihre Verantwortung für die Gesellschaft wahrzunehmen und zur Lösung großer Herausforderungen wie Klimawandel und soziale Ungleichheit beizutragen. Doch noch immer werden Geschäfte häufig auf Kosten der Umwelt und der Menschen gemacht. Gleichzeitig verfügen Unternehmen über mehr Ressourcen als je zuvor – und somit auch über die Macht, gesellschaftliche Probleme anzugehen. Ein Potenzial, das nicht ungenutzt bleiben sollte. Doch die Vorstellung, dass soziale Verantwortung zulasten der Rentabilität gehe, ist unter Business Leadern und in der Gesellschaft im Allgemeinen immer noch weit verbreitet.

Alex Edmans, Finanzprofessor an der London Business School, ist der Ansicht, dass es an der Zeit ist, den Zweck von Unternehmen grundlegend zu überdenken: Führungskräfte sollten die Schaffung sozialer Werte zu ihrem Hauptziel machen. Edmans zufolge sind Gewinne zwar wichtig, sollten aber ein Nebenprodukt des Dienstes an der Gesellschaft sein und nicht das Endziel. Auf der Grundlage rigoroser empirischer Untersuchungen argumentiert er, dass Unternehmen, die Gewinne durch die Schaffung von Werten für die Gesellschaft realisieren wollen langfristig profitabler sind als solche, die direkt Gewinne anstreben.

Wir haben Edmans eingeladen, sein 2020 erschienenes Buch „Grow the Pie: How Great Companies Deliver Both Purpose and Profit“ vorzustellen, gefolgt von einer Diskussion mit Raji Jayaraman, Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der ESMT Berlin und Jörg Rocholl, Präsident der ESMT Berlin.

Der Kuchen, auf den sich Alex Edmans im Titel seines Buches bezieht, stellt den Wert dar, den ein Unternehmen für die Gesellschaft schafft – also für Kollegen, Kunden, Lieferanten, die Umwelt, die Regierung, die Gemeinden und Investoren. Die Wirtschaft muss kein Nullsummenspiel sein, argumentiert er. Vielmehr sollte eine Haltung eingenommen werden, die darauf abzielt den Wert, den ein Unternehmen für die Gesellschaft schafft, zu erhöhen – z. B. durch die Erfindung neuer und besserer Produkte, die Entwicklung und Förderung der Arbeitskräfte oder die Erneuerung der Umwelt. Dies sei eine produktivere Denkweise als die Vorstellung eines festen Kuchens, bei dem das Stück eines Mitglieds nur vergrößert werden kann, indem man das Stück eines anderen verkleinert.

Dementsprechend sieht Edmans die Hauptursache für das Versagen von Unternehmen, der Gesellschaft zu dienen, nicht in Kommissionsfehlern (z. B. überhöhte Gehälter für ihre Führungskräfte), sondern in Unterlassungsfehlern (Versäumnis, den Kuchen zu vergrößern, indem man sich zurücklehnt, statt zu innovieren). Seiner Ansicht nach bedeutet ‚Purpose‘  nicht, „keinen Schaden anzurichten“, sondern vielmehr „aktiv Gutes zu tun“.

In der Diskussion im Anschluss an die Buchpräsentation ging es um Anreize für Manager und Arbeitgeber und darum, warum die Konvergenz von Purpose und Gewinn nicht in größerem Umfang umgesetzt wurde, welche Rolle staatliche Regulierung spielen muss und wie Greenwashing vermieden werden kann.

Die Diskussion als Re-Live

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